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Einführung | Methodik

Wo hat ›Muße‹ in der deutschsprachigen Literatur des Mittelalters ihren systematischen Ort?
Diese Frage wurde im Teilprojekt C1 des Sonderforschungsbereichs ›Muße‹ erstmalig anhand der höfischen Literatur um 1200 und der religiösen Literatur des 14. Jahrhunderts untersucht. Wir möchten Sie einladen, sich auf dieser Seite über die Projektarbeit (2013–2016) zu informieren und anhand kommentierter Textstellen (anwählbar über die mittelhochdeutschen Schlüsselwörter oben auf dieser Seite) einen Einblick in die Materie zu gewinnen.

Eine Herausforderung war es, die Kategorie der ›Muße‹ analytisch nutzbar zu machen, weil sie in den mittelalterlichen Texten meist nicht als solche benannt wird. Hinzu kommt, dass mittelhochdeutsche Wörter, die mit dem neuhochdeutschen Wort ›Muße‹ verwandt sind (zum Beispiel muoze), ein anderes Bedeutungsspektrum haben. Ausgangspunkt für die Projektarbeit waren deshalb vor allem konzeptionelle Überlegungen und gerade nicht das Einzelwort muoze. Begleitend wurde aber das Wortfeld um mhd. muoze und müezecheit erkundet, indem Sondierungen zur Historischen Semantik vom Althochdeutschen bis zum Frühneuhochdeutschen (8.–16. Jahrhundert) vorgenommen wurden. Dabei zeigte sich eine große Beweglichkeit in den Bezeichnungspraktiken und Bedeutungszuschreibungen wie auch eine enorme Spannbreite positiver und negativer Wertungen.

Ziel der vom gesamten Projektteam erarbeiteten Präsentation auf dieser Seite ist es, die wechselnden Semantisierungen für alle Interessierten exemplarisch deutlich zu machen. Die dynamische Präsentationsform verdeutlicht, dass sich die Relationen zwischen den Wörtern eben nicht allgemein fixieren lassen.

Unsere Sondierungen zur Historischen Semantik der Muße sind für Ergänzungen offen. Anregungen und Hinweise jeder Art sind herzlich willkommen.

Wir wünschen ein mußevolles Stöbern!

 
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